Mastercut 1000 Umbau

Meine Anfänge im Heimwerkerbereich begannen mit dem Wolfcraft Mastercut 1000, das ist ein universeller Maschinentisch, den man mit Kreissäge, Stichsäge oder Oberfräse ausrüsten kann.

Mit Stichsäge und Oberfräse habe ich an diesem Tisch allerdings nie gearbeitet, ich hatte ihn ausschließlich als Kreissägetisch verwendet.

Seit einigen Jahren besitze ich den Multifunktionstisch MFT 1080 und die Tauchsäge TS 55 von Festool, so geriet der Mastercut ziemlich in Vergessenheit und stand nur noch in der Ecke. Außerdem waren inzwischen die Ansprüche gewachsen und der Mastercut 1000 ist doch recht wackelig und unpräzise.

Für manche Kreissägearbeiten ist aber eine stationär montierte Kreissäge einfach besser geeignet. So entstand die Idee, den Mastercut 1000 umzubauen. Folgende Kriterien sollten dabei erfüllt werden:

  • Die TS 55 muss mit wenigen Handgriffen montierbar sein
  • Auswechselbare Spalteinlagen
  • Neue, durchgehende Tischplatte aus Siebdruckmaterial
  • Längs- und Quernuten für Parallel- und Winkelanschlag

Übrig blieb also praktisch nur das Klapp-Untergestell :-)

Den Umbau habe ich im Folgenden ausführlich dokumentiert. Alle Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.

  • Der Mastercut 1000 vor dem Umbau
  • Nach der Demontage der Tischplatte ist nur noch das Untergestell übrig
  • Eine 30mm starke Siebdruckplatte wird die neue Tischplatte. In die Unterseite wird die Aussparung für die TS 55 gefräst.
  • Die verbleibende Restmaterialstärke beträgt 6mm, damit kommt man am Ende noch auf etwa 50mm maximale Schnitttiefe.
  • Auch die maximale Neigung von 45 Grad lässt sich verwenden.
  • Jetzt fehlt noch die Befestigung. Die TS 55 soll sich später mit wenigen Handgriffen montieren lassen.
  • Die schmale Holzleiste passt genau in die Führungsschienen-Nut der TS 55 und sorgt dafür, dass die Säge immer exakt ausgerichtet in der Aussparung liegt.

    Am hinteren Ende wird die TS 55 mit einem fest montierten Niederhalter fixiert.
  • Die vorderen Niederhalter werden mit 2 M8 Gewindebolzen und Flügelmuttern montiert. Zwei 25mm tiefe Sacklöcher mit 7mm Durchmesser nehmen die Bolzen auf. Um die Bolzen ins Holz zu drehen, werden 2 Muttern gekontert.
  • Die Bolzen werden dann einfach eingedreht und halten bombenfest.
  • So sieht das dann aus.
  • Die vorderen Niederhalter.
  • Zur Montage wird die TS 55 unter den hinteren Niederhalter geschoben, ...
  • ... die vorderen Niederhalter rübergeschoben, ...
  • ... runtergeklappt und mit den Flügelmuttern festgezogen.
  • Auf der Oberseite wird eine 3mm tiefe Aussparung für die Spalteinlage gefräst.
  • 3mm starke Hartfaserplatten bilden die Spalteinlagen. Diese lassen sich in verschiedenen Ausführungen einfach herstellen.
  • Auf der Oberseite werden die Längs- und Quernuten gefräst.
  • Die Längsnut nimmt eine T-Nutschiene auf, mit der später der Parallelanschlag fixiert wird. Wie man T-Nutschienen selbst herstellt, habe ich hier beschrieben.
  • Der Parallelanschlag
  • Der Parallelanschlag läuft mit einem 6x20mm Alu-Vollprofil in einer 6mm Nut in der Tischplatte.
  • Das Alu-Vollprofil ist zu Hälfte in den Parallelanschlag eingelassen.
  • In die Tischplatte wurde eine 6mm Nut gefräst. In der T-Nutschiene läuft der Nutstein des Parallelanschlags. Damit wird der Parallelanschlag an der gewünschten Position festgeklemmt.
  • Mit diesen Teilen wird die TS 55 für den stationären Einsatz umgerüstet. Die Teile können aus dem Festool-Ersatzteilkatalog bestellt werden und kosten etwa 60 Euro.

Teileliste

  1. 493649 Tiefenanschlag
  2. 469769 Skala
  3. 469221 Mitnehmer
  4. 469608 Distanzbuchse
  5. 487555 Griff
  6. 467762 Einschaltklemme
  7. 400382 Sechskantschraube M8x60 DIN 933
  8. 223541 Zylinderschraube M6x18 DIN 6912
  9. 228729 Linsenschraube PT 4,0 x 10
  10. 459215 Zeiger
  11. 470110 Aufhänger
  12. 493625 Schutzeinrichtung (nicht auf dem Foto)
  13. 467709 Träger (nicht auf dem Foto)
  • Die umbebaute TS 55. Die Skala wird erst später aufgeklebt, damit sie exakt mit der eingestellten Schnitttiefe übereinstimmt.
  • Alles fertig, die TS 55 hängt unter dem Tisch.

    Mittlerweile ist auch die Skala aufgeklebt. Dazu habe ich eine Schnitttiefe eingestellt, bei der das Sägeblatt 40mm aus dem Tisch ragt, die Zeigerposition am Tiefenanschlag markiert und dann die Skala so aufgeklebt, dass die Markierung bei 40mm liegt. Mehrere Messungen ergaben, dass die Skala sehr genau stimmt. So lässt sich jetzt einfach und genau die gewünschte Schnitttiefe einstellen.
  • Der Ablängschlitten zum sicheren Ablängen schmaler Leisten. Der Schlitten läuft mit einem 19x10mm Alu U-Profil in der Quernut.
  • Ebenso wie der Winkelanschlag vom Frästisch, der auch hier verwendet werden kann.
  • Bei Nichtgebrauch wird die Quernut mit einer Aluprofilschiene verschlossen.
  • Nach dem Umbau.
  • Ein selbstklebendes Stahlmaßband mit den Abmessungen 13x0,4mm (gibt's z.B. hier).
  • Mit einer flachen Nut in der Tischoberfläche wird das Maßband eingelassen ...
  • ... und eingeklebt.
  • Damit wird das Einstellen des Parallelanschlags zum Vergnügen.
  • Nachtrag: Einige Monate später:

    Das Tischgestell des Mastercut hat sich doch als zu wackelig herausgestellt, ich habe es entsorgt. Damit ist von dem Mastercut jetzt nur noch der Sicherheitsschalter übrig geblieben :-)

    Die Platte wird bei Bedarf einfach mit 2 Zwingen auf dem MFT befestigt, bei Nichtgebrauch verschwindet die Platte in einer Ecke in der Werkstatt.

  • Für den Ablängschlitten wurde eine zweite Führungsnut gefräst. Der Schlitten läuft damit deutlich präziser und erlaubt so exakt rechtwinklige Schnitte.

    Hier sind auch die Schutzeinrichtung und der dazugehörige Träger zu sehen, diese Teile sind auf dem Foto mit den Ersatzteilen nicht zu sehen.